Wochenrückblick Juli-August - Musik, Leben und Weltgedanken
- FRAUENBARTH

- 31. Juli 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Okt. 2025
Persönlicher Wochenrückblick mit Alltagsnote.
Im Juli ist einiges passiert und ich hatte wenig Motivation das täglich aufzuschreiben. Als ich noch im Krankenstand war hat mir Frauenbarth Struktur und Perspektive geschenkt, die letzten zwei Wochen fühlte es sich eher nach Pflichtprogramm an und deswegen hab ich das Schreiben mal ruhen lassen und mich anderen Projekten, auch teilweise kreativen, gewidmet.
Zu meinem Geburtstag kam mein erstes JCL Lied raus, das ich mit der KI Suno erstellt habe und ich mag's persönlich wirklich gern, weil es genau das auf den Punkt bringt, was ich aktuell oft fühle. Wir könnten es doch alle so schön und einfach haben... Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre...
Außerdem gab es eine Menge Arbeit. Mit den Hunden. Mit dem Marketing. Mit der Haussuche, die immer noch nicht recht vorangeht, aber hier müssen wir auch einfach ein bisschen auf Glück spielen. Eine passende Immobilie in Bad Homburg zu finden wird eine Monsteraufgabe, die ohne eine Schicksalsfügung nicht umsetzbar sein wird. Aber immerhin sind wir uns dessen bewusst und haben inzwischen mehrere Möglichkeiten, unser zukünftiges Wohnen und Arbeiten zu gestalten. Je nachdem wie Haus und Grund dann halt beschaffen sein werden.
Die Fortbildung für die Ausbildereignungsprüfung lief recht easy nebenbei. Konnte ich ja zum Glück online machen, so hat es meinen Tagesablauf kaum gestört, trotz der Sommerferien und der hohen Hundebelegung. Gestresst war ich teilweise trotzdem, weniger wegen tatsächlichem Stress als mehr ungünstigen Erinnerungen an Langeweile aus der Schulzeit.
Um das ein bisschen abzubauen habe ich mich nebenbei ein bisschen mehr mit Fremdsprachen beschäftigt, rausgefunden, dass es wirklich schwer ist, einen Frauenarzt zu bekommen, wenn man in den letzten paar Jahren umgezogen ist und das Gesundheitssystem allgemein nicht mehr so ganz das hergibt, was ich als Kind gewohnt war. Kann aber auch einfach an meinem jetzigen schlechteren Versicherungsstatus liegen - wer weiß das schon so genau...
Während in Deutschland der PrideSummer gefeiert wurde, habe ich also meine Zeit mit Arbeit, Fortbildung und Lernen verbracht und bin auch nicht wirklich traurig drüber. Erstens, weil einiges dabei rumgekommen ist und zweitens, weil ich aktuell nicht der Meinung bin, die beste Feiernde zu sein und schon gar keine Lust auf Politik-Diskussionen oder Drama habe.
Lustig, wie sich Wünsche manchmal verschieben. In meiner Jugend wäre ich so glücklich gewesen, hier den perfekten Standort für alle möglichen CSD Besuche gehabt, weil Frankfurt einfach eine gute Anbindung hat und jetzt, wo ich die Möglichkeiten hätte, habe ich keine Lust mehr... oder anderes zu tun. Deswegen sollte man die Feste feiern wie sie fallen (Tante Berta hatte Recht), auch wenn die CSDs eigentlich mehr als Straßenfeste sind.
Ich versuche auch mich größtenteils um die Nachrichten zu schlängeln, aber allein die Werbungen der Bundeswehr sind ja irgendwie schon ein Grund... zur Besorgnis. Allgemein gemeint. Aber such dir einfach gern das raus, was dir am meisten ins Auge sticht.
Die Unsicherheit ist inzwischen fast körperlich spürbar und nicht mehr nur auf Social Media. So erzählen mir liebe Kundinnen zum Beispiel, dass sie lieber wo anders parken, damit sie nicht durch die Fußgängerzone fahren müssen, wegen der ängstlichen Blicke bezüglich der vergangenen Anschläge und das ist nur einer der niedrigeren Gipfel des Eisgebirges.
Beinahe jedes Thema scheint gerade in die Kontroverse zu gehen, man ließt von Tierschützern, die sich gegenseitig in den Suizid mobben, sieht Bilder von abgesperrten Zoos, weil sie die selbst gezüchteten Affen wieder erschießen müssen und diskutieren über Fingernägel, ein Stück Stoff und Zirkusse, während andere ihre Atom-Schiffe klar machen.
"Hätte nicht gedacht, dass wir die Cyberpunk-Zeit noch erleben, Bebi.", hab ich kürzlich zu meinem Freund gesagt. "Wir sind doch schon lang mittendrin."
Ich hab mal geguckt, was geopolitisch grad so los ist und holy shit... Ich hab keine Worte mehr dafür, deswegen "Das Ich"
Wer sich fragt, wo ich das nun wieder hergezogen habe: Ich bin schon seit meiner Jugend Fan der NDT, auch wenn ich in meiner Generation damit recht allein zu sein scheine.
Die letzten Wochen habe ich mich öfter mal gefragt: "Warum mach ich das eigentlich alles noch?" und dann schau ich meinen Freund an. Und die Hunde. Und dann weiß ich: Für uns.
Wir haben 30 Jahre lang gebraucht, um annähernd unser Selbst leben zu können oder wenigstens anzuerkennen, da ist es jetzt persönlich sehr unpassend, wenn die Welt im Krieg und Chaos versinkt. Und wir sind dabei uns wenigstens eine kleine Kuppel für unser Leben, unsere künftige Familie, das Unternehmen zu errichten. Trotz oder wegen all dieser Widrigkeiten.
Und dazu gehört auch, sich mit Umfeld, Gesellschaft und Wirtschaft zu beschäftigen und das ist gerade ehrlich gesagt meist eher deprimierend. Zölle, neu entflammte Kriege und immer mehr Komplikationen - so macht es zumindest den Anschein.
Dafür sind mir im Juli erstaunlich wenig furchtbare Begegnungen untergekommen. Das ein oder andere Zusammentreffen, das ich lieber vermieden hätte, z.B. mit Neukunden, die nie vorhatten, zu zahlen und nur Zeit klauen wollten oder die ein oder andere unfreundliche Mitarbeiterin von Bastis Krankenkasse, die leider mehr Verwirrung als Aufklärung gebracht und damit den Klinikaufenthalt um mindestens drei Wochen nach hinten vorschoben hat, war es recht friedlich.
Immerhin sind jetzt endlich alle Anträge richtig verteilt und abgesendet und für meinen Freund geht es bald hoffentlich gesundheitlich wieder bergauf. Eigentlich hätte er gestern mit der Tagesklinik anfangen können, aber... dafür müssten die Sachbearbeiter auch wissen, was sie machen.
Wie auch immer, jetzt können wir mal wieder nichts tun, außer abzuwarten und selbst klarkommen. Sind wir ja gewohnt.
An der Marketingfront läuft's dafür recht gut, zur Kassenband-Werbung für meine Ernährungsberatung kommt ab Oktober auch noch Werbung im Kino in Bad Homburg. Find ich eigentlich schon ganz cool.
"Wollen wir den Spot selbst drehen?"
"Fänd' ich schon besser. Ich film gerne."
"Gut, probieren wir's, ansonsten kann es immer noch die Werbeagentur machen."
"Deal."
Gestern hatte ich ein Telefon-Interview für die Allgäuer Zeitung. Es wird um die Bücher gehen, die ich die letzten zwei Jahre so geschrieben habe seit der letzte Artikel über mich rauskam. Wir hatten einiges zu besprechen und es gab spannende Fragen zu beantworten wie: "Verlierst du bei all dem nicht mal den Überblick?" oder "Warum arbeitet eine Autorin wie du mit KI?" und einem sehr netten Gespräch. Die Redakteurin und ich kennen uns schon sehr lange, da sie bereits über meine ersten Bücher berichtet hat. Ich freue mich sehr, dass wir den Kontakt über diese lange Distanz und allem, was in unser beider Leben zwischendrin passiert ist, halten konnten.
Nach dem Gespräch hab ich immer noch nicht alles gesagt, was ich gerade so mache, aber es muss ja auch in einen Artikel passen und wir haben ohnehin schon einiges untern Tisch fallen lassen.
Wir haben uns auf den Lesestoff konzentriert und auch hier hab ich "Zwischen Fell und Gefühl" ganz vergessen, aber das ist ja auch mehr für meine Ortskundschaft und meine künftigen Azubis gedacht.
Der neue Monat startete fast entspannt, nur ein Hund am Morgen, am Abend dann zwei und Homeoffice bei Musik und viel Essen. Die Küche ist immer noch nicht ganz fertig, aber inzwischen zumindest funktional und wir essen wieder viel, aber vor allem gern und unterschiedliches. Ich hab's am Nachmittag sogar zu unserem Obsthändler geschafft und wir haben uns über die leckeren Früchte gefreut. Das Leben könnte so schön sein und dann geht man wieder ins Internet...
"Wollen wir Princess Charming anschauen?", frage ich. "Können wir machen."
Ich entscheide schon beim Trailer, dass ich's doch nicht sehen will und außerdem haben wir eh kein RTL+ und ich hatte keine Lust, extra zu suchen.
"Doch kein Trash-TV?"
"Ne... Regt mich nur auf."
Wie Insta oder TikTok oder die Nachrichten...
Immerhin bin ich besser in World of Warcraft geworden. Würde jetzt nicht sagen, dass sich dort die nettere Gesellschaft rumtreibt, aber wenigstens ist es eine andere Welt. Und ich hab keinen Vergleich. Ich höre nur täglich mindestens fünf mal: "Das hätte es früher einfach nicht gegeben." und antworte mit: "Der Preis des Kapitalismus, der Globalisierung und der wilden Öffnung von Nischen." und ich bin sicher, dass das Austreten der Nischen eins unserer größten gesellschaftlichen Probleme werden wird.
Der Juli ging besser rum als erwartet, auch wenn die Tage anspruchsvoll waren. Im August lege ich meinen Schwerpunkt auf die Sozialen Medien und die Contenterstellung, die Ausarbeitung der Marketingpläne und notwendigen Materialien und die Konzipierung von neuen Produktdesigns. Außerdem kommen zwei neue Lieder raus.
und
Aber jetzt bin ich erstmal reif fürs Wochenende.
Wie würdest du deine letzten paar Wochen beschreiben?
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